11 März 2014

letter to heaven

Meine geliebte O, 
heute ist es eine woche her und die tränen steigen mir schon jetzt erneut in die augen. wie sehr wünsche ich mir, du wärst noch hier. wie sehr wünsche ich, ich könnte dich noch einmal umarmen und deine warmen hände über meinen rücken streichen fühlen. wie gerne würde ich dir noch einmal sagen, wie unendlich wichtig du mir bist und wie sehr ich dich liebe. 
ich weine tag und nacht. ich vermisse dich in jeder sekunde, aber reden tue ich mit niemandem. deine kleider liegen in meinem zimmer und ich schaue sie nachts an, wenn ich wieder mal nicht schlafen kann und weinen muss. deinen schmuckkasten werde ich reparieren lassen und mir die tanzende ballerina stundenlang ansehen, wie ich es auch sonst immer getan habe. ich werde bilder von dir aufhängen, so viele wie möglich. ich werde alles tun, damit du so nah bei mir bist, wie es nur möglich ist. weil ich viel zu selten zeit mit dir verbracht habe. ich habe es viel zu wenig geschätzt, dich zu sehen und dich als meine familie bezeichnen zu dürfen. 
ich habe angst, oma. ich habe so schreckliche furchtbare angst, ab jetzt ohne dich zu sein. schon diese eine woche habe ich kaum überstanden. kein tag verging, an dem ich nicht an dich gedacht habe. kein tag verging, an dem ich nicht vor schmerz weinen musste. ich habe so schreckliche angst, dich zu vergessen. auch wenn ich weiß, dass das niemand möglich sein wird. 
ich verspreche dir, dass ich meinen kindern und enkelkindern von dir erzählen werde, und vielleicht sogar, so wie ich das glück hatte eine zu sein, meinen urenkeln. jeder soll wissen, dass es dich gegeben hat. jeder soll wissen, dass es dich für immer gibt. 
du bist ein teil von mir, ein sehr großer. und der wirst du immer bleiben. 
und ich wünschte, ich hätte noch einmal die gelegenheit dir all das zu sagen. 
ich zähle die tage, bis ich mich von dir verabschieden muss. und die angst wächst sekündlich. wärst du doch bloß hier und würdest mir sagen, dass alles gut werden wird. 
ich weiß nicht, wie ich das alles schaffen soll. ich weiß nicht, wie ich damit leben soll, so selten bei dir gewesen zu sein und so wenig für dich getan zu haben. ich weiß nicht, wie ich so tun soll, als wäre alles okay, wenn du weg bist. denn es ist garnichts mehr okay. ich will dich zurück. ich will nicht wahrhaben, dass du nie wieder kommen wirst. ich will dein lachen hören, deine hände in meine nehmen und dein lächeln sehen. 

selbst vor dem beenden dieses briefes habe ich angst.
aber ich möchte dir eines versprechen, meine geliebte oma. 
niemals, in aller ewigkeit nicht, werde ich dich vergessen. nie werde ich aufhören dich zu lieben, und nie werde ich aufhören, an dich zu denken. ich verspreche dir, dass du für immer bei mir bleiben wirst, und ich werde für immer bei dir sein. über den tod hinaus, auch wenn er uns nun auf menschlicher ebene getrennt hat. dein name wird immer präsent sein, denn erst wenn der name das letzte mal erklingt und es anschließend still wird, ist jemand gestorben. und du stirbst nicht. nicht für mich. denn ich liebe dich. für alles was du warst, für alles was du getan hast und mir und meiner familie gegeben hast. für alles was du gesagt hast und für jede umarmung, die du mir gabst. 
in jeder kerze, die ich anzünde, wirst du leuchten. in jedem stern, der bei einbruch der dunkelheit am himmelszelt erscheint, wirst du strahlen. in jedem lachen, was über meine lippen kommt, wirst du leben.
ich liebe dich, oma. ein leben lang. und noch viel länger. 

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