24 Juli 2015

Manchmal frage ich mich, wofür ich das Ganze überhaupt mache. Wofür ich um anderer Leute Beziehungen kämpfe, Nächte um Nächte wach bleibe um Anderen in schwierigen Situationen beizustehen. Wofür ich meine Gedanken kreisen lasse, Termine absage, auf Essen Schlaf und meine eigenen Bedürfnisse verzichte, um für Sie da zu sein. Ich habe das Gefühl, mein Leben besteht nur aus den Leben anderer. Sobald ich alleine bin, merke ich förmlich wie sich die Leere in mir ausbreitet, Nacht für Nacht liege ich im Bett und werde von dem Gefühl überrannt, überhaupt nichts mit meinem Leben anfangen zu können. Ein Partner, Kinder, Reisen, Ehe, Arbeit? Das erscheint mir schon alles irreal, als wär es bloß ein Traum. Ich werde noch verrückt, ich weiß nicht wie lange ich so noch weiter machen kann. Gut genug sein um anderen zu helfen um dann jedes verdammte Mal alleine gelassen zu werden, wenn ich nicht mehr klar komme. Das Schlimmste an allem ist ja, dass es mir nichts ausmacht. Dass ich, egal wie oft ich verletzt und im Stich gelassen werde, trotzdem noch denke, dass das okay ist. Dass das normal ist. Und ich reiße mir immer und immer wieder den Arsch für alle anderen auf während ich immer weiter ins Nichts versinke. Aber wie immer sage ich mir "das ist es Wert". Aber nein, eigentlich ist es das nicht. Aber aus irgendeinem Grund kann ich nicht anders. Und scheiße, das tut so weh.

I always said you're worth it but I forgot, 
I'm worth it too



08 Juli 2015

Ich verstehe nicht, wieso mir nie jemand was erzählt. Ich verstehe einfach nicht, was in ihren Köpfen vorgeht, dass sie wirklich denken, es wäre einfacher alles für sich zu behalten, so zu tun als wäre nichts, und genau dann, wenn es eigentlich schon zuspät ist, mit der Wahrheit rauszurücken.

Die Tränen steigen mir in die Augen, mein Magen dreht Kreise und alle machen weiter, als wäre das Ganze halb so schlimm. Er liegt auf der Intensivstation. Aber alles halb so schlimm. Wenn sie anrufen sollten, würde ich da gerne hinfahren. Damit wenigstens jemand seine Hand hält oder so. Aber alles halb so schlimm. Die Ärzte können nicht sagen, ob.. nunja, ob alles gut geht. Ob er wieder in Ordnung kommt. ABER ALLES HALB SO SCHLIMM.

Ich möchte mir nicht ausmalen, wieder auf eine Beerdigung gehen zu müssen. Allein der Gedanke daran, dass wir uns alle versammeln, der Gedanke daran, dass ich ihn in einem Grab sehe - das ist zu viel. Ich weiß nicht wo mir der Kopf steht, aber schlafen werde ich heute nicht. Ich frage mich, was wohl gewesen wäre, wenn er da gewesen wäre wann immer ich nach ihm gefragt habe und ihn besuchen wollte. Ob sich irgendwas geändert hätte. Ob ich es hätte verhindern können. Ob der Gedanke an seinen Tod noch immer so fern wäre wie er es vor einer halben Stunde war.

Scheiße, was mach ich nur

02 Juli 2015

Es ist, als hätte er mich in ein Labyrinth geführt, mit verbundenen Augen, aber Angst oder Unsicherheit verspüre ich nicht, weil er eine Aura ausstrahlt, die mich sicher und geborgen fühlen lässt. Es ist, als bräuchte er mich nicht einmal berühren, um mich in die richtigen Wege einbiegen zu lassen. Es ist, als wäre der Sinn, warum ich in das Labyrinth gelangt bin, irrelevant, als wäre es total egal, solange er bei mir ist.

Doch nun ist er fort, mit einem Satz, wortwörtlich genommen. Und alles was mir bleibt, ist die Suche nach dem Ende, alles was mir bleibt, ist der Schmerz, der nicht einmal ein Schmerz ist. Ich kann ihm nicht böse sein und trotzdem stehe ich dort, hilflos wie nie zuvor, und kämpfe mit den Tränen. Ein Ausweg scheint für mich unmöglich, jeglicher Sinn ist verloren, nicht nur der des Labyrinths, sondern auch der des Lebens an sich. Und ich frage mich, ob ein Ausweg überhaupt möglich ist, ob er überhaupt jemals möglich sein wird, und vor allem, ob ich ihn finden möchte. Denn auch wenn du fort bist, bleiben mir all die Erinnerungen, all die Nachrichten, die Gefühle die du in mir hervorgerufen hast, die Gedanken, die Wünsche, die Sehnsüchte, die Nähe. Und ich weiß nicht, ob ich das alles loslassen kann.
Ich weiß einfach nicht, ob ich den Ausweg jemals finden werde, und vor allem weiß ich nicht, ob ich mich überhaupt auf die Suche nach ihm mache.


Heute war das erste Mal, dass ich von dir geträumt habe, N. Witziger Weise war es auch das erste Mal, dass ich gerettet wurde in einem dieser Träume. Wenig Schlaf, Albträume, ständiges Aufwachen, Zittern - all das bin ich gewohnt, N, all das und noch viel mehr. Aber gerettet hat mich noch nie jemand. Eigentlich ist das alles andere als witzig, aber es tut weniger weh über all das zu lächeln als mich mit den Schmerzen auseinander zu setzen und ironischerweise werde ich das Gefühl nicht los, dass dies dein Abschied war. Dass du mich ein letztes Mal retten wolltest, bevor du gehst. Für immer.



15. Juni 2015, 04:43
"I hope you know whilst you sleep, 
you are so important to me 
and i won't let anyone hurt you, 
not even the spider"

scheiße