Ich kann nicht schlafen, nicht essen, nicht denken. Ständig ist mir schlecht, immer häufiger wird mir schwarz vor Augen und in letzter Zeit kann ich oftmals nicht richtig sprechen.
Es tut so weh, zu wissen, dass man alleine ist. Und es ist umso unerträglicher, wenn ich daran denke, dass es allein meine Schuld ist. Ich habe Menschen hinter mir gelassen, weil ich dachte, es wäre besser. Weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, sowohl die andere Person als auch mich leiden zu sehen und weil ich ernsthaft dachte, es wäre besser loszulassen als sich krampfhaft daran zu klammern. Und jetzt? Jetzt weine ich Tag für Tag und finde keinen Schlaf mehr in der Nacht. Seit einem halben Jahr kann ich nicht mehr schlafen und die Gedanken werden immer lauter, immer dominierender. Ich erzähle meiner Therapeutin nichts mehr. Ich behalte Dinge für mich, die mich auffressen und von denen ich befreit werden will. Aber ich habe es nicht verdient, und deshalb sage ich nichts. Es ist nur fair, dass ich jetzt diejenige bin, die leidet. Es ist nur fair, dass ich alleine bin. Denn schließlich bin ich es, die jeden alleine gelassen hat.
10 Januar 2017
01 Januar 2017
Es fängt wieder an, und ich weiß weder woran es liegt noch was ich dagegen tun kann. Egal wie müde ich bin, sobald ich im Bett liege, meine Augen schließe oder trostlos an die Decke starre, weiß ich es: Heute werde ich nicht schlafen. Seit Wochen beginnt erneut das Leid, keine Ruhe mehr zu finden und sich von der einen zur anderen Seite zu drehen. Ungeahnte Ängste steigen in mir auf und in meinen Gedanken spielen sich Szenarien ab, von denen ich weiß, dass sie nicht mehr als eine Fantasie sind. Anstatt zu schlafen lenke ich mich um jeden Preis ab, dabei weiß ich nicht einmal wovon. Ich lese ein halbes Buch innerhalb kürzester Zeit, arbeite wie besessen an einem Projekt für die Uni, das eigentlich erst in ein paar Monaten fällig ist aber mir immerhin dabei hilft, nicht alleine mit meinen Gedanken zu sein. Manchmal stehe ich wieder auf, fange an zu tanzen um mich in der Mzsik zu verlieren oder sitze einfach nur da und höre dem Klang zu. Letzendlich sitze ich auf dem Boden, die Arme um meine Beine geschlungen, die ich an meinen Oberkörper heranziehe und den Kopf auf meinen Knien abgelegt. Und dann sitze ich da und höre die Musik und ohne es zu merken, hat die Leere mich umhüllt und ich weine.
Wie lange soll das noch so weitergehen? Kann ich überhaupt glücklich sein?
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