31 Dezember 2012

NEIN ICH HABE KEINEN HUNGER

ich taumel in die küche, krümme mich vor übelkeit und schmeiße die salatzutaten auf die arbeitsplatte. schaue auf die kalorienanzahl, die mir schon in wenigen minuten alles zerstören wird. 89. mein herz schlägt gegen meinen brustkorb, ich atme schnappartig, kippe salat in die kleine schüssel, sauce drüber und beginne, alles in mich hineinzustopfen. innerlich schrei ich auf. stark sein, hör auf, du hast es dir vorgenommen, stark sein, du bist so schwach. versagerin. ich reagiere auf nichts mehr, stopfe es in mich hinein. "ICH ESSE! SIEHST DU? ICH ESSE!" möchte es ihm am liebsten ins gesicht schreien. ich starre auf das essen die kalorienzahlen in der schüssel, während ich kaue und kaue schlucke und schlucke und nach jedem neuen salatgemisch im mund anfange zu würgen. leer. die schüssel ist leer. ich fühle mich ekelig, kann den rest nicht mehr kauen. keine küchenrolle. ich möchte es ausspucken, finger in den hals stecken und nie wieder etwas essen. NIE WIEDER.

30 Dezember 2012

sünde. sünde. sünde. sünde. sünde. sünde. sünde. sünde. sünde. sünde. sünde. sünde. sünde. sünde. sünde. sünde. SÜNDE!

29. Dezember 2012, Sündentag.
ich stachele mit dem löffel in der schale herum, die vor mir auf dem tisch steht. während alle anfangen zu essen und sich darüber unterhalten, wie köstlich das essen ist, starre ich in das essen  die schwimmenden kalorien mit schrecklich großen zahlen, getränkt in ekelerregender sahne und anderen stoffen, die mich innerlich auffressen würden.
ich spüre wie der blick meines vater mich förmlich durchbohrt, merke, wie er mich anstarrt und darauf wartet, dass ich esse. stark bleiben, nicht aufgeben, stark bleiben, du schaffst das, stark bleiben, du musst dünn sein, stark bleiben, schön sein, stark bleiben, du darfst nicht essen. ich nehme den ersten löffel. versagerin. 

ich bin widerlich ekelerregend abstoßend dick fett hässlich unschön schrecklich grauenvoll abschäulich nichts wert ersetzbar schlimm dumm schuldig verdorben schwach unbedeutend heruntergekommen verkommen gruselig hilflos falsch abartig unwichtig ekelhaft unausstehlich




29 Dezember 2012

Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen. Darf. Nicht. Essen.

wintermädchen 

26 Dezember 2012

in momenten wie jetzt wünsche ich mir nichts mehr als den tod. ein schnitt, ein sprung, ein schritt vors auto oder ein atemzug weniger vor dem untertauchen. am liebsten sogar alles gleichzeitig, um zu spüren, wie ich sterbe. damit ich wenigstens einmal etwas fühle, worauf ich stolz bin. dann hätte ich wenigstens endlich mal etwas geschafft.
zu oft sitze ich in der menschenemenge und denke darüber nach, wie ich den entscheidenen schritt wage und mich für immer verabschiede. auf die ganzen fragen was mit mir los sei und den aussagen, dass ich mit ihnen reden solle, finde ich keine ausreden mehr. ich schüttle nur noch schwach den kopf und hoffe darauf, dass sie sich umdrehen und nicht weiter mit ihren blicken durchbohren. manchmal wünschte ich, ich könnte ihnen einfach sagen, was ich fühle, wie es in mir aussieht und was sich vor meinen augen abspielt. aber ich habe angst. angst, die leute zu verlieren, die bisher trotzdem noch zu mir gehalten haben. ich habe angst, dass die menschen sich noch mehr von mir abwenden. aber am meisten habe ich angst, zu hören, was ich selber über mich sage. ich habe angst vor mir selbst. 

i don't want my mum to know that i never loved my life