Ich liege im Bett, in dem ich das letzte Mal vor über einem halben Jahr lag. Es fühlt sich nicht an wie mein Bett, aber um ehrlich zu sein fühlt sich das ganze Haus nicht wie zuhause an und die ganze Stadt nicht wie mein Heimatsort. Je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr fühlt sich auch meine eigene Wohnung nicht wie zuhause an und obwohl ich weiß, dass ich bald erneut umziehen werde, werde ich das Gefühl nicht los, dass sich an der ganzen Sache nichts ändert.Marya Hornbacher hatte recht als sie schrieb "Und wenn es einem besser geht, fühlt sich Gesundheit falsch an, sie macht einen verrückt, sie verwirrt einen. Also wird man wieder krank, denn mit dem Kranksein kennt man sich aus.", und ich bekomme das beklemmende Drücken im Magenbereich wenn ich mir ausmale, dass mich das Gefühl, nirgends zuhause zu sein, mein Leben lang begleiten wird.
Ich vermisse es zu schreiben und auch wenn meine Gedanken normalerweise ein einziges Chaosbündel aufweisen schreiben sich die Zeilen wie von selbst in meinem Kopf und ich muss sie schriftlich festhalten, damit ich sie nicht vergesse. Denn das ist das, was ich in letzter Zeit am meisten tue.
Ich vergesse.
Ich vergesse Handlungen, die ich wenige Minuten vorher verrichtet, Sätze, die ich vorab formuliert und Gefühle, die ich einst empfunden habe. Am meisten vergesse ich aber wer ich bin und ich muss beim verfassen der letzten 33 Buchstaben ernsthaft darüber nachdenken, ob ich das überhaupt jemals wusste.
Ich weiß, dass sich etwas ändern muss. Immer wieder rufe ich mir die Worte von Mahatma Gandhi hervor, welcher einst sagte "Sei die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt" und ich scheine im ersten, ja sogar im zweiten und dritten Moment höchst motiviert, aber nach einiger Zeit verblassen all meine Ideen von einer Veränderung und alles was bleibt bin Ich und mein Leben.
irrecoverable - endgültig verloren