26 März 2014

"Für die beiden wird das sicherlich am schwersten. Es war schließlich deren Mama, beziehungsweise Oma. Du wirst da noch am besten mit klarkommen. Es wird vielleicht schwer an dem Tag des Begräbnisses, aber unter der Woche denkst du da nicht so oft dran. Das ist bei ihnen anders." Ich habe bei diesen Worten angefangen zu weinen. Und meinte trocken Naja mit einem verzweifelten Lachen. Hätte ich ihr von meinen Alpträumen erzählen sollen? Von meinen Zusammenbrüchen oder meinen unendlich vielen Tränen, die seit fast genau zwei Wochen Tag und Nacht fließen? Ich weiß nicht. Denn nur weil es niemand sieht, nur weil es niemand mitkriegt oder niemand nachfragt, heißt es nicht, dass ich es vergesse oder damit klar komme. In der Schule weine ich, wenn Lehrer mich ansprechen. Meine Mitschüler gucken mich entsetzt an, wenn sie es durch ein Lehrergespräch mitkriegen. Und ich möchte nichts mehr, als einfach davonzulaufen. Die Angst steigt, und die Einsamkeit auch. Mit wem kann ich denn noch reden? Es gibt niemanden. Die Tränen laufen und ich weiß nicht, wie ich weiterleben soll. Vorallem weiß ich nicht, wie ich den Freitag überleben soll. Ich möchte sterben. Möchte mit dir sterben, möchte dich nicht alleine gehen lassen. Möchte dich begleiten auf deinem Weg in den Himmel, damit du nicht alleine bist. Und ich wenigstens noch einmal die Chance habe, dir nah zu sein. Ich bin ratlos. Ratlos in allem. Und ich möchte nichts mehr, als dich noch einmal zu umarmen, noch einmal mit dir über das Wetter zu sprechen oder die vorbeifahrenden Radfahrer. Ich möchte dich anschauen und dein Lachen hören, dich umarmen und die Liebe durch deine Augen strahlen sehen. Ich habe dich so sehr geliebt. Jeder hat dich geliebt. Und jeder wird es immer tun.
Ich hoffe es geht dir gut, in zwei Tagen bist du im Paradies. Ich hoffe, es gefällt dir dort. Ich hoffe du fühlst dich wohl und passt auf uns alle auf, wie du es schon immer getan hast. Ich werde immer an dich denken, und dich immer lieben. Bis ich sterbe. Und noch viel länger.

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