07 Januar 2015

in momenten wie jetzt da fehlt mir jeglicher bezug zur welt. ich versinke so sehr in meine träume und wünsche und gedanken, dass ich unbewusst anfange zu weinen. die zukunftsängste, die vergangenheit, die entgangenen chancen und die unerlebten ereignisse die ich an mir hab vorbeistreichen lassen rieseln auf mich herab und ich höre auf mich zu wehren. höre auf, mich vor dem regen des lebens zu verstecken, vor den sonnenstrahlen des schicksals zu schützen und vor den stürmen der emotionen davonzulaufen. ich frage mich, wieso ich viel zu selten mensch bin. wieso ich immer das tue, was andere verlangen, das tue, was andere zufriedenstellt und sie im endeffekt nicht im geringsten kümmert. wieso träume ich von meinen träumen anstatt sie zu verwirklichen und wieso habe ich angst vor der zukunft, wenn ich doch selber immer vor ihr davon laufe und daran denke, einmal eine familie zu gründen und glücklich zu sein. wer weiß, vielleicht ist all das was kommt garnicht so schlimm. ich orientiere mich an den leben anderer und beschwere mich über die fehlende zeit um zur ruhe zu kommen. ich renne den anderen hinterher und strebe nach ihren zielen während ich von meinen eigenen träume. wo bleibt das mensch-sein? wo bleibe ich selber? immer wieder frage ich mich, wieso menschen das tun was sie tun und scheitere am positiven denken in bezug auf mich. ich bin der beste ratgeber wenn es um die probleme anderer geht aber sobald ich eine aufgabe meistern muss, stehe ich hilflos da. ich sprühe vor optimismus wenn andere eine down-phase haben und finde selbst den weg aus dieser phase nicht heraus.
ich weiß nicht, wieso das immer und immer wieder passiert und vorallem weiß ich nicht, wieso ich nie etwas ändere und mich immer wieder vor der welt und dem mensch-sein drücke. ich will die welt bereisen aber traue mich nicht einmal in die schule zu gehen. ich will mein eigenes geld verdienen und davon zu leben aber bin zu faul zum lernen. ich möchte glücklich sein, aber lege mir selber steine in den weg.

in letzter zeit hält mich der gedanke an ihn über all diesen fragen, ängsten und ungewissheiten. wie ein fliegender regenschirm lässt er mich über dem leben schweben. ich weiß selbst nicht, wo oben unten links und rechts hin, aber meine alles in die hand nehmen und das schlechte beseitigen und das gute voranbringen zu können. aber ich bin mir sicher, dass es nicht so sein wird. denn so war es immer. und schon wieder kommt der pessimismus, vor denen ich andere so gut zu warnen versuche, deutlich heraus. mein größter feind das bin ich selbst. und ich glaube, ich brauche jemanden der mich befreit. der mir das leben zeigt, der mir zuspricht, zu sein wer ich sein will und nicht wer ich bin. der mir meinen eigenen optimismus zurückbringt und mich meine fragen und gedanken vergessen lässt. ich brauche jemanden, der mich in den arm nimmt und ungezwungen ein lächeln aus mir hervorbringt. ich brauche jemanden, der mit mir kämpft und mein leben lebenswert macht. ich will jemanden, der mich liebt. ich will ihn.

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