30 Januar 2015

allein bei dem gedanken daran, wie alleine ich bin, steigen mir die tränen in die augen. kein elternteil, das sich wirklich für mich interessiert. niemanden, der mich wirklich versteht. tag für tag sitze ich in meinem abgedunkelten zimmer und halte mich mit allen mitteln davon ab, nicht in tränen auszubrechen. aber irgendwann bricht es einfach über mich hinein und ich kann mich nicht mehr fangen. vorallem der gedanke an ihn bringt mich eine so fürchterliche gefühlslage, dass ich ruckartig zu boden sinken könnte. noch nie war die distanz zwischen ihm und mir so groß wie jetzt, und ich merke, wie ich mich immer weiter von ihm entferne. einen vater? nein, das kann ich ihn schon lange nicht mehr nennen. und mir scheint, als verliere auch ich immer mehr an bedeutung für ihn.

so sehr wünsche ich mir, ins auto zu steigen und wegzufahren. an einen ort, an dem ich mich geborgen fühle. denn nichts gibt mir das gefühl, irgendwie willkommen zu sein. nicht einmal mein "zuhause", denn auch dieses ist mir schon lange fremd geworden.
ich fühle mich nirgends sicher, nirgends lebendig. ich schleppe mich von einem tag zum anderen und habe das gefühl als wüsste ich nicht mehr wie man atmet.
die nächte werden schlimmer, die träume immer mehr zur fluchtfantasie. ich möchte hier raus. zu ihm. wenigstens einmal möchte ich in seinen armen liegen und sein herzschlag spüren. damit ich weiß, wofür es sich zu leben lohnt. damit ich weiß, dass das leben aus anderen dingen als schmerz leid und sehnsucht besteht. damit ich friedlich sterben kann, weil ich weiß, dass er lebt. wenn auch nicht für mich, aber er lebt. denn das ist alles, was mich momentan am leben hält.

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