Ich habe viel Zeit zum Nachdenken gehabt. Und wenn ich zurückdenke, an den Beginn des Jahres, an all die Erfolge die ich erzielt habe, verspüre ich nicht das Gefühl von Stolz oder Erleichterung. Nein. Alles was ich empfinde ist Unverständnis. Ich weiß weder, wie ich das alles geschafft und die Zeit überstanden habe, noch weiß ich, wofür das alles gut war. Und dann wird mir wieder einmal klar, dass ich mich nur an irgendetwas festgehalten habe, mir Mut zu- und Erfolge versprochen habe, die mir letztendlich nichts anderes gebracht haben, als neue Mutzusprüche. Für nichts. Und wieder nichts.
- baby tell me this is the end -
6 Tage bleiben mir, um mich von allem zu verabschieden. So lange ich zurückdenke, hat mir dieser Ort, diese Gegend, die Schulen, die Menschen und meine Existenz hier, mehr Schlechtes als Gutes gebracht. Und eigentlich bin ich glücklich, bald zu gehen. An einen komplett neuen Ort, mit komplett neuen Menschen und neuen Erlebnissen. Eigentlich bin ich glücklich, bald alleine zu sein. Über 18 Jahre lang war ich nicht eine einzige Nacht alleine. Nie habe ich alleine in diesem Haus geschlafen. Nie habe ich irgendwo gelegen ohne das Wissen, dass noch jemand da ist. Und doch kann ich mich nicht an einen Moment erinnern, in dem ich mich nicht alleine gefühlt habe. Ich erinnere mich an keinen Abend an dem ich nach Hause kam und die Familie beisammen saß. Ich erinnere mich nicht daran, nicht alleine zu sein, egal wie viele Menschen im Haus waren. Eigentlich sollte es mir also egal sein, ob ich gehe oder nicht, da die Veränderung minimal ist. Aber irgendwie ist es genau das, was mir das Herz bricht.
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