18 September 2014

Tagelang reißt man sich zusammen, bei jedem wort was man sagt, bei jeder handlung die man tut passt man auf, dass man nicht gleich in tränen ausbricht. es ist schwer und innerlich schreit man, auch wenn man eigentlich schon nicht mehr kann. und irgendwann, nach einiger zeit, wenn man alleine ist, sitzt man regungslos da und fängt an zu weinen. weil man das alles einfach nicht mehr kann. und man denkt an alles, was einen verletzt und sauer gemacht hat, an alles, was man falsch gemacht oder richtig gemacht hat und es nicht angesehen oder kommentiert wurde. man denkt über alles nach, was einem in den letzten tagen, monaten, jahren widerfahren ist und hält den gedanken nicht aus, dass sich nichts ändern wird und dass man in all den tagen, wochen, monaten und jahren die folgen, genau dieselben schmerzen aushalten muss und dass man, wie sein ganzes leben schon, alleine dasteht.
niemanden an seiner seite, niemanden, der zuhört und der sich interessiert für das, was du zu sagen hast. niemand der dich hält, wenn du den boden unter den füßen verlierst und niemand, der dir sagt, dass irgendwann alles gut wird und sich ernsthaft darum kümmert, dass es auch wirklich so ist.
und vorallem weißt du, dass es auch weiterhin niemanden geben wird, der da ist, wenn es dir schlecht geht und dich akzeptierst, wie du bist, mit all deinen macken und ecken und kanten. aber das was dir am meisten wehtut ist, zu wissen, dass dich nie jemand lieben können wird. einfach, weil du so bist wie du bist, und du es nicht ändern kannst. und dann fängt es an, die verzweiflung. und du sitzt da und hast eigentlich die letzten tage gut durchgehalten und aufeinmal ist alles gute weg. und alles was du siehst ist leere. und alles was du spürst ist leere. und aufeinmal merkst du, dass auch du nichts anderes bist als unendliche leere.

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